Ich rufe dich Galaktika …

Galaktika tritt zwischen zwei Bäumen aus einem hellen Licht hervor und erscheint wie ein mystisches, strahlendes Wesen aus einer anderen Welt.

Und da spaziere ich durch meine Gedanken und der erste der mir in den Sinn kommt, ist: Ich bin ein Kind meiner Zeit – unbewusst sozial konditioniert durch meine Familie, die Schule von gestern, Medien von früher und das soziale Umfeld des 20. Jahrhunderts. Bestimmte Ansichten, Redewendungen und Verhaltensweisen laufen in mir oft automatisch ab, ohne bewusste Entscheidung.

Und da erinnere ich mich mitten im Schreiben an eine Kinderserie. „Hallo, Spencer“ hieß sie.

„Wir rufen dich Galaktika vom fernen Stern Andromeda …“

Das war der Anfang eines Liedes, mit dem ein weises Wesen gerufen wurde, das im Licht eines Diamanten erschien. Von ihm erhoffte man sich Einsicht – das Erkennen von Wahrheit und Zusammenhängen sowie ein besseres Verständnis für das eigene Denken und Handeln. Das hatte etwas Tröstliches an sich. Und ich habe mir gedacht: Genau so ein strahlendes, allwissendes, gütiges und freundliches Wesen bräuchte ich auch in meinem Leben.

Aber so ist die Realität nicht.
Es gibt keinen Gesang, keinen Ruf, der so ein Wesen zu mir bringt – keine gute Fee, die mit Rat und Tat erscheint und alles wieder gut macht.

Ich bin das Produkt meiner Entscheidungen, das Produkt meines Umfelds, das Produkt meiner Familie – geprägt von Unnahbarkeit, von „Steck den Kopf in den Sand und warte ab“, von Urteilen und all dem, was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin: ein Kind meiner Zeit.

Eine Person, die durch ihre Gefühle nach unten und durch ihre Gedanken nach oben gezogen wird.
Und ich strecke und dehne mich, werde immer länger – ohne wirklich in meine Mitte zu kommen.
So kann ich den Einklang von Körper, Geist und Seele nie erreichen.

Und so bin ich müde. Ausgelaugt. Unzufrieden.

Eine nachdenkliche Person sitzt vertieft in ihren Gedanken und betrachtet ein selbst gezeichnetes Bild voller innerer Symbolik und Emotionen.

Die Erscheinung

Und dann setze ich mich hin, kritzle und schmiere auf dem Blatt herum – ohne Ziel, eher als Bewegung als Ausdruck.

Und plötzlich geschieht etwas.

Da erscheint sie …

Meine persönliche Galaktika, vom fernen Stern Andromeda.

Und in meinen Gedanken tritt sie aus einem Licht zwischen zwei Bäumen hervor. Sie breitet die Arme aus, und ihre bloße Anwesenheit verändert die Atmosphäre. Für einen Moment wirkt alles ruhiger weiter, leichter.

Ich beginne zu lächeln, fast automatisch.

„Hallo Galaktika“, sage ich. „Endlich hast du den Weg zu mir gefunden. Aus der Tiefe meines Unterbewusstseins bist du aufgetaucht. Ich bin ein Kind meiner Zeit, voller innerer Komplexität – kannst du mir helfen?

Die Botschaft

Sie sieht mich an – ruhig, ohne Dringlichkeit.

Und sie äußert mit dieser klaren, sanften Stimme:

„Deine Gedanken färben deine Seele.“

Mehr hat sie nicht zu sagen.

Als hätte dieser Satz genug Gewicht, um für sich selbst zu stehen.

Sie lässt diese Worte bei mir zurück.
Dann löst sie sich wieder aus meinen Gedanken und wird wieder ein stiller Teil meines Bildes.

Und ich bleibe zurück – mit diesem Satz und mit meiner Zeichnung.

Ausschnitt der strahlenden Galaktika – die Erscheinung aus meinen Gedanken, ruhig, lichtvoll und mystisch zwischen Schatten und Licht.

Der Moment der Bewusstheit

Und während ich das alles denke, wird mir klar, Gedanken machen mich aus, und gleichzeitig formen sie mich.
Sie ziehen mich nicht nur nach unten, sie beeinflussen auch, wie ich sehe, wie ich fühle und wie ich handle.

Vielleicht bin ich ein Kind meiner Zeit.
Aber ich bin nicht nur das Produkt davon.

Denn zwischen all dem, was mich geprägt hat, und dem, was ich daraus mache, liegt etwas Entscheidendes: die Möglichkeit, bewusst hinzuschauen.

Nicht alles, was in mir geschieht, muss automatisch so weitergehen.
Manches kann ich erkennen.
Manches kann ich ordnen.
Und manches kann ich verändern – einfach dadurch, dass ich es wahrnehme.

Und genau hier beginnt etwas Neues. Nicht als Antwort, sondern als Übung.

Ein Versuch, meine Gedanken sichtbar zu machen, ihre „Seelenfarbe“ zu erkennen und daraus vielleicht eine Form von Erkenntnis entstehen zu lassen.

Wenn auch du spürst, dass Gedanken dich leiten und beeinflussen, dann lohnt es sich, sie einmal bewusst zu betrachten.

Das folgende Reflexionsblatt „Gedanken – Seelenfarbe – Einsicht“ kann dir dabei helfen.
Es steht dir frei zur Verfügung – lade es herunter und nutze es als kleine Übung, um deine Gedanken sichtbar zu machen und ihnen bewusst zu begegnen.

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